molter hot blog
 
Donnerstag, 5. Oktober 2017

Das Pornomonster von Wiesbaden

In der Schwalbacher Strasse gibt es einen der letzten verbliebenen Sexshops der Landeshauptstadt.
Er wirbt mit Kabinen und einem Labyrinth. Vor einigen Jahren war dieser Laden noch größer, er hatte sogar einen zweiten Eingang für das damals anscheinend noch viel größere Labyrinth, neben diesem hing eine Werbetafel, die heimliche erotische Treffs im Gänge-und Kabinengewirr versprach, leider habe ich diese Tafel nicht fotografiert.
Allerdings schien der Zuspruch nur mäßig zu sein, wenn ich die Schwalbacher hochlief, sah ich nie jemanden herauskommen.
Außer einmal: Da kam ein ungeschlachter Honk heraus, bierbäuchig, unrasiert, schütteres fettiges Haar, ausgeleierter Joggingdress, und zündete sich sogleich eine Fluppe. Dazu hatte er, wie ich im Passieren feststellen konnte, bereits eine stattliche Bierfahne.
An der kruden Selbstverständlichkeit, mit der er sein ungepflegtes Äußeres dreist zur Schau stellte, konnte ich ablesen, dass er fest zur Institution gehörte.
Schlagartig hatte ich ein Bild von abenteuerlustigen Sextouristen vor Augen, die, todesmutig und in Erwartung eines diskreten erotischen Stelldicheins, das Ganggewirr betraten – nur um dort zu ihrem blanken Entsetzen diesem abgehalfterten Pornomonster, diesem Schmuddelminotaurus zu begegnen.
Mein Tag war gerettet, und ich muss auch heute noch lachen, wenn ich daran denke.
Mittlerweile hat der Shop verkleinert, und der Haupteingang zum Labyrinth ist verschwunden - wahrscheinlich haben sie, wie in der mythologischen Vorlage, den Unhold dort für immer eingemauert.

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Donnerstag, 7. September 2017

Spracherwerb

Hier ein paar ältere Anekdoten, erweitert und neu zusammengefasst, um unseren lieben Adminstrator zu ehren, der mich in seiner letzten Mail mit seinen bemerkenswerten Polnisch-Kenntnissen überrascht hat:

Spracherwerb

Der Erwerb einer Fremdsprache beschert besonders in der Anfangsphase oft unvergessliche Momente.

Anfang der 90er war ich mit einem befreundeten Paar in Spanien unterwegs, keiner von uns beherrschte auch nur einen Satz der Landessprache.
Meine Begleiter aber waren ganz versessen auf die wunderschönen spanischen Kacheln, und so fuhren wir zu einem Baustoffmarkt.

Etwas ratlos, weil wir nicht wussten, wie wir unseren Wunsch formulieren sollten, warteten wir am Schalter. Vor uns stand ein anderer Deutscher und gab seine Bestellung über zwei Sack Zement auf: „Dos sacos cemento, por favor.“
Und ohne das geringste Problem wurde sein Wunsch erfüllt.
So einfach war die spanische Sprache???
Ja, wenn wir das nur geahnt hätten: Einfach ein „os“ hinten anhängen, das war´s schon!
Nun waren wir dran.
Wie ernüchternd dann das ratlose Gesicht des Verkäufers, als mein Freund mit fester Stimme „Kachlos, por favor!“ bestellte.
Nach zwei weiteren Versuchen gab mein Freund frustriert auf.
Er nahm das persönlich: Er wurde in diesem Land absichtlich nicht verstanden, wahrscheinlich hatten sie etwas gegen ihn.

Aus Solidarität zu ihm lernte ich dann selbst Spanisch, um es „denen“ heimzuzahlen.
Die Gelegenheit ergab sich, als ein paar ecuadorianische Indigenas, die auf den Märkten ihre Folkloreartikel feilboten, in meine WG einzogen.
Um ihnen den Einstieg in das fremde Deutschland zu erleichtern, brachte ich ihnen allerlei nützliche Floskeln bei. Die erste sollte in allen Situationen angewandt werden, in denen sie nach ihren Wünschen gefragt wurden, also in Geschäften, Restaurants etc.
Ich bracht ihnen bei mit folgendem Satz zu antworten:
„Euch angenehm zu sein ist unser Begehr.“
Des weiteren lernten sie von mir vorzügliche Sätze wie: „Mit genauer Not gelang es uns, den Bus zu erreichen.“ und ähnliches. Harte Brocken.
Aber ich hatte den Spaniern noch immer nicht verziehen, dass Kacheln dort nicht, wie es sich gehört, "Kachlos", sondern "azulejos" heissen.
Irgendwann verloren meine Schüler das Vertrauen in mich als wohlmeinenden Lehrer. Wir blieben trotzdem Freunde.

Den Vogel aber schoss ein weiterer Spanier ab, der in meine Heimatstadt zog, ständig mit unserer Clique unterwegs war, sich aber hartnäckig weigerte, auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen.
Eines Abends in unserem Stammlokal jedoch beugte er sich vor versammelter Runde über den Tisch zu mir und sagte laut und ohne zu stocken:
"Du musst deinen steifen Schw...z in die M...se stecken. Das klingt übel, aber es ist die Wahrheit!.“
Man kann sich unser Erstaunen denken, und er erntete großen Applaus und Respekt dafür. Wahrscheinlich hatte er für diesen Satz wochenlang im stillen Kämmerlein für sich geübt.

Ein weiterer guter Freund, ein englischer Musiker, den es nach Deutschland verschlagen hatte, erzählte mir von seiner ersten Erfahrung mit unserer Sprache.
Für ihn war es ein alter deutscher Märchenfilm, den er im hiesigen Fernsehen sah, Schneewittchen und die sieben Zwerge:
„Ich habe nichts verstanden, aber zwei Worte habe ich mir gemerkt: ´Ordnung´ und ´Purzelbaum´.“
So hatte er in nur zwei Worten das Wesentliche des deutschen Charakters erfasst.
Sprache ist doch ganz wunderbar!

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Wieder mal verhört...

Da hat die Geräuschkulisse der U-Bahn meinem Gehör einen gehörigen Streich gespielt:
"Potsdamer Platz. Übergang zur U2 und zum Oralverkehr." hörte ich, wo es doch Regionalverkehr hätte sein sollen.

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Altruismus

Gestern am Berliner Hauptbahnhof.
Den Zug zu erreichen, wollen wir die Rolltreppe nehmen.
Mitten im Zugang derselben allerdings steht ein Senior mit seinem Koffer. Schaut etwas unsicher nach vorne, nach links, nach rechts. Und rührt sich nicht vom Fleck. Schaut nach vorne, nach links, nach rechts... da rufe ich ihm zu: "NUR MUT!".
Und siehe: beherzt nimmt er seinen Koffer und fährt tapfer rolltreppab..Dankbar, dass ich ihm mit zwei einfachen Worten Selbstvertrauen und Zuversicht geschenkt habe. Auch meine Begleiterin idt begeistert ("Hast du dem Mann eben wirklich "Nur Mut!" zugerufen? Also du bist schon...")
Es ist so einfach, anderen zu helfen.

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TV-Duell Review Wahlkampf 2017

TV-Duell Merkel- Schulz: keine allzu großen Differenzen.
Künftiger Kanzler könnte somit Schurkel heissen. Oder Mulz.

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Müsst ihr nicht machen!!!

Einige Mitmenschen scheinen in dem Irrglauben zu leben, dass, wenn sie dank ihrer Kopfhörerbeschallung den Strassenverkehr nicht hören, dieser für sie auch nicht existiert und sie somit unverwundbar sind.
Leute, das stimmt nicht!
Ebensowenig ist man für andere unsichtbar, wenn man sich selbst die Augen zuhält.
Wie hieß es doch früher in der "Maus"?
"Müsst ihr nicht machen, ist einfach zu gefährlich!"

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Montag, 5. Juni 2017

112 Orte: Das Kussmysterium von Mainz

112 Orte: Der Kussfleck am Brand

Seit Jahren etabliert hat sich eine Buchreihe, die je nach Region oder Stadt 111 zumeist weniger bekannte Sehenswürdigkeiten beinhaltet, die noch nicht einmal den Einheimischen geläufig sind.
Die Ausgabe für die Stadt Mainz hätte ich gerne um einen

  1. Ort ergänzt, wenn nicht...

Im Treppenhaus eines Geschäfts- und Ärztehauses Am Brand nahe dem Mainzer Dom fand sich mehr als 10 Jahre lang ein rätselhafter Kussfleck, roter Lippenstift, ohne ersichtlichen Grund von zarten Lippen auf den kalten grauen Marmor der Wandverkleidung gebannt. Aus welchem Anlass dieser Ausdruck von Zärtlichkeit gerade hier, an diesem anonymen Ort verewigt wurde, wird wohl für immer Rätsel bleiben.
Wie auch immer, Jahr für Jahr, Tag für Tag, sah ich vor dem Betreten meiner Arbeitsstätte die rätselhafte Liebesgeste, und obwohl das Treppenhaus pflichtgemäß mehrmals in der Woche
gereinigt wurde, blieb der Kussfleck in nicht nachlassen wollender Frische erhalten -
Oder... steckte nicht gar mehr dahinter? Wurde der Fleck vielleicht doch immer wieder auf´s Neue, mit großer Sorgfalt und unter Aufbietung aller denkbarer Reinigungsmethoden, entfernt -
und kehrte doch beharrlich wieder, wie man es von den mystischen Blutwundern und weinenden Madonnen des katholischen Glaubens kennt
(der Dom ist immerhin nur 100 m Luftlinie entfernt!) ?
In einer Phase persönlichen und finanziellen Elends ersann schließlich ich den Plan, mit dem Kussmysterium mein Glück zu machen, Touristen gegen hohe Bezahlung an die besagte Stelle zu führen, ihnen dort durch schäbig bezahlte Tagelöhner schäbige Wunderheilungen vorgaukeln zu lassen („Ein Wunder ist geschehen! Ich kann küssen!!! „), somit mich nicht nur meiner Schulden ledig, sondern obendrein soviel Gewinn machen zu können,so daß ich mein Geld fürderhin nur noch mit Scheffeln würde messen können..
Allein, da hat mir der Herr noch eine Strich durch die Rechnung gemacht, denn gerade zu dem Zeitpunkt, als ich plante am Bahnhof osteuropäische Laienschauspieler für meine Vorhaben zu verpflichten, wurde im Zuge von Sicherheitsmaßnahmen das besagte Treppenhaus einer Revision unterzogen, der Kussfleck entfernt und an seiner Stelle ein festhaftender, ordinärer Sticker angebracht, der das Rauchen in den Aufgängen untersagte.
Wer aber den rätselhaften Kussfleck hinterlassen und wem diese Liebesgeste gegolten haben soll- wer wird das je erraten?

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